Wann kommt die Schnullerfee?

Die Sache mit dem Schnuller. Es gibt kaum ein Thema in der frühkindlichen Entwicklung, das die Gemüter derart erregt, wie das Nuckeln. Wer sein Zweijähriges noch stillt, wird schief angeschaut. Wer ihm stattdessen ein Nucki gibt, erst recht.

Wie kann ein Kleinkind mit Schnuller im Mund derart viel Zorn in den Menschen wecken? Wie oft musste ich mir schon bissige  Äußerungen anhören, dass meine Tochter schon VIEL zu groß für einen Schnuller ist (sie ist zwei geworden). Dass sie ihn doch gar nicht mehr braucht. Dass sie bestimmt schon schiefe Zähne hat (sie hat ein hervorragendes Gebiss). Dass sie das Sprechen nicht richtig lernen kann (sie spricht besser als viele andere Kinder in ihrem Alter). Gegipfelt ist das Ganze einmal, als eine wildfremde Frau im Einkaufsmarkt meinem Kind den Schnuller einfach aus dem Mund ziehen wollte. Wie dreist kann man sein? Ich reiße den Leuten doch auch nicht den Finger aus dem Mund, wenn sie daran knaubeln!

Ich bin auch der Meinung, dass ein Schnuller ab einem gewissen Alter nicht mehr notwendig sein sollte. Aber wer legt das fest? Wer kann wirklich beurteilen, ob ein Kind den Schnuller wirklich braucht, oder ob es ihn nur noch aus purer Angewohnheit benutzt? Fakt ist: Das Nuckeln entspricht einem menschlichen Saugbedürfnis.  Die Kaubewegungen stimulieren das Gehirn. Manche sagen, es verringert das Risiko von plötzlichem Kindstod. Und: es ist ungemein beruhigend. Wenn meine Tochter Kummer hat oder Schmerzen, wenn sie sich unsicher fühlt oder überfordert oder einfach wenn sie müde ist, holt sie sich ihr Nucki und die Welt ist wieder in Ordnung. Ganz ohne Kampf und Tränen. Der Schnuller ist für Alisa ein Trostpflaster. Ein Anker, an den sie sich klammern kann, wenn sie den Halt verliert. Will ich ihr das wirklich jetzt schon verweigern?

Und überhaupt, wann und wie lange mein Kind einen Schnuller benutzt, ist einzig und allein unsere Sache! Niemand hat das Recht, meiner Tochter vorzuschreiben, ob sie ein Nucki braucht oder nicht. Was wissen wir denn, ob sie gerade unsicher ist oder ängstlich? Selbst Experten (damit meine ich Kinderärzte und Psychologen), raten mittlerweile davon ab, den Schnuller einfach wegzuwerfen, wenn man die Zeit für gekommen hält. Die Trennung vom Schnuller muss mit dem Kind gemeinsam besprochen werden und darf nicht gegen seinen Willen erfolgen. Es ist schließlich kein Machtkampf. Die Schnullerentwöhnung ist für viele Kinder der erste richtige Verzicht. Das geht nicht von heute auf morgen. Schließlich ist der Verlust des Schnullers für das Kind so hart wie für einen Raucher die Zigarettenentwöhnung.

Wir haben schon öfters hin und her überlegt, wie wir das Projekt angehen sollen. Im Internet liest man von verschiedenen Möglichkeiten, wie man die Trennung vom Nucki gestalten kann (einfach verstecken ist übrigens nirgends eine Option!):

  • Den Schnuller mit dem Kind gemeinsam an einen „Schnullerbaum“ hängen
  • Die Schnullerfee kommen lassen
  • Den Schnuller verschicken und dafür ein Geschenk per Post bekommen
  • Den Schnuller in einer Abschiedszeremonie vergraben
  • Den Schnuller an einen Streichelzoo „spenden“ (für die Tierbabys)
  • Den Schnuller dem Weihnachtsmann oder Osterhasen mitgeben
  • Den Schnuller einem in der Nachbarschaft geborenen Baby schenken

Meine Kinderärztin hat uns ja vorgeschlagen, den Schnuller im März dann einfach dem neuen Geschwisterchen zu schenken. Ich halte das für keine gute Idee. Das verstärkt doch nur die Eifersucht.

Wie auch immer wir es anstellen werden, es wird nicht leicht. Besonders nachts wird es das ein oder andere Drama geben. Bald müssen wir da durch. Aber: den Zeitpunkt legen wir fest, und nicht irgendwelche dahergelaufenen Leute!

Wie habt ihr eurem Kind den Schnuller abgewöhnt? Gebt mal paar Tipps! J

Bis bald,

XOXO,

eure Annemarie

 

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