Scheiß Montag – Jetzt wird’s eklig

Es ist schon erstaunlich, wie Ekel-resistent man als Mutter doch wird. Mit der Zeit gewöhnt man sich an vieles: volle Windeln, Erbrochenes, Babykacka bis zum Halskragen…alles wird aufgewischt, zusammengewickelt, gesäubert, gewaschen oder entsorgt. Ohne mit der Wimper zu zucken! Aber was mir heute passiert ist, das toppt alles!

Es fing an mit einem kleinen Deko-Stein aus Hartplastik.

Die Katze hatte in dunkelster Nacht den grandiosen Einfall, damit Fußball zu spielen und klirrte und scherbelte durch die Gegend. Aus Sorge, das Baby könnte davon geweckt werden, sperrte ich die Katze in den am weitesten vom schlafenden Baby entfernten Raum: dem Wohnzimmer. Ein gutes Gefühl hatte ich dabei nicht, stand schließlich kein Katzenklo darin. Aber die paar Stunden würde sie es wohl mal aushalten, dachte ich. Hoffte ich.

Am Morgen dann, ich öffnete vorsichtig die Tür zum womöglich als A-A-Ort missbrauchten Wohnzimmer, schoss die Katze wie der geölte Blitz an mir vorbei und auf die Toilette. Gut, dachte ich, da wird sie es sich wohl bis eben verkniffen haben. Sicherheitshalber inspizierte ich trotzdem den Raum, insbesondere den Blumentopf, fand aber nichts und war zufrieden.

Ich räumte ein bisschen auf, machte Frühstück, fütterte das Baby und, weil ich nun selbst essen wollte, setzte es ins Laufgitter. Hier, deine Bausteine, Mama isst auch erstmal was. Nach den ersten Bissen vom Apfel dachte ich, hier stimmt doch was nicht. Irgendwas riecht komisch! Am Apfel geschnüffelt. Nein. An mir geschnüffelt. Nee. Blick zum Blumentopf. Nein, der ist clean. Blick unter den Tisch. Da ist auch nichts. Blick zum Baby – ACH DU SCHANDE!!! Das Baby saß inmitten eines riesigen Kackhaufens, von oben bis unten voll mit A-A, Hände, Beine, Ohren, alles braun!

Es war so ekelhaft! Zum Glück war das Gesichtchen (der Mund!!) noch unverseucht. Mein Kind war vom Anblick der neuen Materie und der Konsistenz anscheinend so fasziniert, dass es erst einmal nur ihre Händchen musterte und knetete und zwischendurch Bauklötzchen in die Pampe platschen ließ. Ich also hochpanisch aufgesprungen, das Baby angepackt und erstmal raus aus der Sauerei und auf die Fliesen gesetzt. Nein, das macht es nicht besser. Ab ins Bad. Auf dem Weg dahin meinen schlafenden Freund aus dem Bett getrommelt. Ich, schreiend, nun ebenso voll mit Kacke: „OLIIII!!! KOMM SCHNELL!!!“ Das Baby fand die Aufregung lustig und patschte vergnügt in die Hände. Aargh.

Scheiße, scheiße, scheiße! Bis wir die Kleine, mich, das Laufgitter, den Fußboden und alles Spielzeug, was auch nur ansatzweise mit Katzenkot in Berührung gekommen war, gesäubert, gewaschen und geputzt (ich widerstand dem Drang, einfach alle Sachen zu verbrennen) hatten, war der halbe Vormittag vorbei. Gott oh Gott!

Und trotzdem  – das Frühstück schmeckte auch danach noch. Früher hätte ich mich neben dem Haufen übergeben und den Rest des Tages unter Brechreiz gelitten. Jetzt juckt mich sowas kaum noch.

Gut, Schokolade hätte ich in dem Moment vielleicht nicht essen wollen.

Die Katze saß indes schuldbewusst auf dem Küchenschrank und würdigte uns keines Blickes. Die Arme. Kann ja nichts dafür, wenn ich Rabenkatzenmutter ihr den Weg zum Klo versperre. Und wieso ich den riesigen Kackhaufen nicht bemerkt habe, als ich das Baby reingesetzt habe, weiß ich immer noch nicht. Ich vermute, die Katze hat ihn unter Spielzeug verscharrt und mein Kind – unschuldig spielend – hat ihn „gefunden“.

Irgendwann werden wir Alisa die Geschichte erzählen und sie wird uns (mich!) ausschimpfen. Aber dann erkläre ich ihr, dass dieses Erlebnis, wie alles im Leben, auch eine Lektion beinhaltet: Wenn man bis zum Hals in der Scheiße sitzt, sollte man den Kopf nicht hängen lassen.

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