Weltfrauentag: Sieben Dinge, die ich meiner Tochter wünsche

Meine Tochter ist ein wunderbares Kind. Aufgeweckt, freundlich, willensstark. Noch weiß sie nicht, dass sie ein Mädchen ist und dass es Jungen gibt und dass das einen Unterschied macht. Ich bin zwar froh in Deutschland zu leben, wo Frauen wählen dürfen, Bundeskanzlerin werden können und selber entscheiden, wen sie lieben wollen. Doch in einer Welt, in der die Arbeit von Frauen nach wie vor weniger wert ist als die von Männern, in der Frauen zwangsverheiratet werden und ein Sexist das Amt des Amerikanischen Präsidenten innehat, liegt immer noch einiges im Argen.

„Sei selbst die Veränderung,

die du dir wünschst in der Welt.“

Gandhi

Meine liebe Tochter, ich wünsche dir als Erstes: Sei mutig! Habe den Mut, deinen eigenen Weg zu gehen, dich gegen Ungerechtigkeit zur Wehr zu setzen und deine Ideale zu verteidigen. Lass dich nicht einschüchtern von Hindernissen und Grenzen. Mauern sind da, um überwunden zu werden.

Als Zweites wünsche ich dir Selbstliebe. Glaube immer an dich. Du hast es nicht nötig, andere zu kopieren, denn du bist einzigartig. Ob du Fußballspielerin, Astronautin oder Friseurin mit wasserstoffblonden Haaren und pinken Glitzerfingernägeln wirst, du bist wunderbar und hast es verdient, glücklich zu sein.

Drittens: Ich wünsche dir Geduld. Das Glück kommt zu dem, der geduldig ist. Ob es dein Traumberuf, etwas Materielles oder die Liebe deines Lebens ist: Sei bereit, zu warten. Die wirklich guten Dinge im Leben brauchen Zeit.

Wunsch Nummer vier: Mache dich niemals klein vor anderen! Wer auch immer dir einreden will, du kannst etwas nicht, du schaffst etwas nicht oder du bist einfach nicht gut genug – er lügt. Denn du kannst alles schaffen. Arbeite hart für deine Ziele und lasse dich nicht von Hindernissen aus der Bahn werfen. Auch wenn mal etwas schief geht – Fehler sind dazu da, um aus ihnen zu lernen.

Fünftens: Sei neugierig! Scheue dich nicht davor, neue Erfahrungen zu machen und neue Menschen kennen zu lernen. Es gibt so vieles zu entdecken und zu lernen. Interessiere dich für alles und finde heraus, was dein Herz höher schlagen lässt. Widme dich mit Begeisterung und Geduld (siehe Drittens) deiner Leidenschaft. Stelle so viele Fragen wie du kannst und gib dich nie mit einer einfachen Antwort zufrieden. Schau über den Tellerrand, benutze deinen Verstand und vertraue auf dein Gefühl.

Sechstens wünsche ich dir, dass du dich traust, auch mal „Nein“ zu sagen. Nicht halbherzig „Ja“, nicht „Vielleicht“, nicht „Naja, eigentlich möchte ich nicht, aber…“. Nein! Sag Nein, wenn dir etwas nicht passt, du etwas nicht kannst, du keine Zeit hast oder du einfach nicht willst. Andere werden es dir nicht übel nehmen, wenn du es ihnen nicht immer recht machst. Im Gegenteil, sie werden dich mehr respektieren, weil du dich selbst respektierst. Und wenn es dir doch jemand krumm nimmt – dann bist du wenigstens dir selbst treu geblieben.

Zu guter Letzt: Sei großmütig! Menschen machen Fehler. Lerne zu verzeihen und die Schwächen deiner Mitmenschen zu akzeptieren. Helfe jenen, die sich selbst nicht helfen können und sei tolerant gegenüber Menschen, die anders denken oder anders aussehen. Vielfalt macht unsere Welt bunt.

Ich weiß, dass ich meine Tochter nicht auf all ihren Wegen begleiten kann (auch wenn ich es gern würde). Ich weiß auch, dass sie an manchen Stellen scheitern wird, dass ihr oft Ungerechtigkeit widerfahren wird und dass sie Erfahrungen machen wird, die sie verletzen und ihr vielleicht sogar das Herz brechen. Ich kann sie davor nicht bewahren. Aber ich kann ihr ein gutes Vorbild sein und, das ist das Wichtigste, für sie da sein!

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