Brei kochen für Anfänger

Am Anfang ist es einfach. Baby hat Hunger – Milch anrühren – füttern – fertig. Milch aus der Brust ist natürlich noch komfortabler. Irgendwann aber wird es Zeit für Handfesteres. Da Babys noch nicht kauen können, ist Brei das Mittel der Wahl. Wer keine Zähne hat, braucht einen guten Pürierstab. Und vor allem Zeit! Als Fläschchen-Mama bin ich einen gewissen Arbeitsaufwand ja schon gewohnt. Aber Brei zubereiten ist eine Wissenschaft für sich. Oder mache ich es mir so schwer? 

Schritt 1: Kochbücher wälzen. Welches Gemüse soll  in den Brei? Für den Anfang eignen sich Karotten, Pastinaken und Kürbis. Aber immer nur ein neues Gemüse pro Woche einführen! Dann kommen Kartoffeln hinzu und später Fleisch bzw. Getreide. Schließlich können nach und nach neue Gemüsesorten angeboten werden. Welche, dazu sagt jeder Ratgeber etwas anderes. Die einen schreiben, Tomaten, Kohl und Zitrusfrüchte sind am Anfang tabu. In einem anderen stehen die Sorten schon unter den Einführungsrezepten.

Schritt 2: Zutaten kaufen. Das Gemüse kaufe ich grundsätzlich nur im Bioladen, ich will mein Kind nicht schon am Anfang mit Pestiziden verseuchen. Nachteil: Es sind nur saisonale Sorten erhältlich. Vorteil: Bei weniger Auswahl entfällt die Qual der Wahl und ich weiß wenigstens, dass das Gemüse keine langen Transportwege hinter sich hat. Beim Getreide wird es kniffliger. Hafer, Dinkel oder Hirse? Ist Reis nicht mit Arsen belastet? Und Amaranth: gepufft oder ungepufft?

Schritt 3: Kochen. Das ganze Gemüse würfeln und in wenig Wasser dünsten. Aber nicht zu viel Wasser verwenden. Und nicht zu lange kochen – sonst gehen die Vitamine verloren. Nach dem Kochen fein pürieren und portionsweise einfrieren. Dafür den Brei rasch herunterkühlen und in ausgekochten Gläsern maximal zwei Monate im Gefrierschrank lagern. Mal abgesehen davon, dass es eine logistische Herausforderung ist, überhaupt etwas in unseren Gefrierschrank zu schlichten, hatte ich Schwierigkeiten den Brei schockzufrosten. Was ihn, glaubt man dem Internet, zum Swingerclub für Keime macht.

Schritt 4: Auftauen. Ich habe den Brei morgens rausgenommen und bis zum Mittag auftauen lassen. Grober Fehler! Brei soll immer erst kurz vor der Zubereitung aus dem Kühlfach genommen und dann schnell im Wasserbad oder Breiwärmer erhitzt werden. Sonst: Keime.

Schritt 5: Anrichten. Gemüsemischung mit etwas Getreide verrühren und ein Löffelchen Öl dazu geben. Am besten Rapsöl oder eines mit vergleichbaren Verhältnis an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Aber Achtung: Kein kaltgepresstes Öl verwenden!

Schritt 6: Füttern. Dazu das Kind am besten komplett in abwaschbare Lätzchen hüllen und sich selbst und das Stühlchen mit Spritzschutz ausstatten. In Deckung gehen, wenn das Baby mit vollem Mund niest.

Der Mittagsbrei ist jedes Mal ein Abenteuer. Vielleicht ist es gar nicht kompliziert. Aber ich, als absolute Kontrolletti-Mutter, will einfach alles richtig machen. Die vielen Anweisungen und Gebote machen mich noch verrückt. Bin drauf und dran, Gläschen zu kaufen und das Essenmachen den Experten von Hipp zu überlassen. Zumal jetzt schon die nächste Stufe bevorsteht: der Nachmittagsbrei.

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